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Die Bedeutsamkeit von Agroforst – ein Gastartikel

Klima, Boden, Wasser und Biodiversität sind die Basis unseres Lebens, unserer Nahrung und dem Wasser. Diese Lebensgrundlagen sind gefährdet. Das Klima erreicht unangenehme Temperaturen, der Boden verliert seine Fruchtbarkeit, das Trinkwasser ist belastet und die bestäubenden Insekten schwinden. Die Produktionsmethode Dynamischer Agroforst bietet hier Lösungsmöglichkeiten gemäß den Prinzipien der Natur.

Was ist Agroforst?

Agroforst ist die Kombination von Anbaukulturen und verholzenden Pflanzen auf ein und derselben Fläche. Bäume und Sträucher sind ein wichtiger Bestandteil der Ökosysteme. Je mehr landwirtschaftliche Produktionssysteme dem lokalen Ökosystem ähneln, desto höher ist ihre Resilienz gegen schädigende Einflüsse (Ökosystem-Mimikry).

Gehölze haben viele günstige Wirkungen

Sie kühlen das Klima herunter, führen zu Taubildung und binden sowohl über Stamm und Äste als auch unter der Erde in ihrer Wurzelmasse Kohlenstoff; ein Beitrag zur Klimastabilisierung. Bäume und Sträucher auf landwirtschaftlich genutzten Flächen bieten ein stabiles Reservoir für das Bodenleben, schützen den Boden vor Wind, Wasser und hoher Sonneneinstrahlung, mindern den Bodenabtrag, lockern Bodenverdichtung, verbessern die Bodenfruchtbarkeit und den Bodenwasserhaushalt. Organische Substanzen der Gehölze wie Laub und abgestorbene Wurzelteile werden von Bodenorganismen zu Humus umgewandelt. Humusreicher Boden hat eine hohe Bindekraft für Wasser und Pflanzennährstoffe wie Nitrat, die somit den Nutzpflanzen zur Verfügung stehen, statt das Grundwasser zu kontaminieren. Humus im Boden speichert auch erhebliche Mengen Kohlenstoff, stärkt ökosystemische Prozesse und erhöht die Flächenrentabilität. Eine Vielfalt mehrjähriger Pflanzen im Produktionssystem bietet Lebensraum für Bestäuberinsekten sowie Nützlinge und bietet Wildtieren ein angemessenes Habitat. Die hohe Artenvielfalt führt zu einem ökologischen Gleichgewicht und reduziert den Einsatz synthetischer Agrarhilfsmitteln. Das Holz von Bäumen und Hecken, zu Pflanzenkohle transformiert und in den Boden eingebracht, schützt das Klima zusätzlich. Holz wird als der Baustoff der Zukunft gesehen. Es ist übrigens erwiesen, dass Agroforst rentabler ist als Mono- oder Reinkultur, nachhaltiger auf jeden Fall.

Vorher: Im Jahre 2000

Nachher 2007

Dynamische Agroforstsysteme sind besonders artenreich, dicht gepflanzt und benötigen ein dynamisches Handling. Damit können degradierte Flächen recht schnell wieder restauriert werden, wobei gleichzeitig das Ernten möglich ist.

Doch – wie soll das geh’n, wenn Bäume auf dem Acker steh‘n?

Im leicht verständlichen Sachbuch über Agroforst, das Ende August 2021 mit dem Titel:

DYNAMISCHER AGROFORST

Fruchtbarer Boden, gesunde Umwelt, reiche Ernte

erscheint, werden die Gründe zur Anwendung von Dynamischen Agrofrost und die praktische Anwendung dieser Landbaumethode in Mitteleuropa beschrieben. Erklärende Zeichnungen tragen zum Verständnis bei. Beispiele aus der Seminar-Praxis, ein paar Sätze über das agroforstliche Forschungsgelände Mollesnejta und mögliche Maßnahmen, um Boden wiederaufzubauen und Trockenheit im Garten und in der Landwirtschaft zu begegnen, veranschaulichen die Resultate. Die Anwendung von Dynamischen Agroforst kann in der Landwirtschaft, dem Gemüsebau und im Garten erfolgen.

Gerne stehe ich, Noemi Stadler-Kaulich, Agraringenieurin und Pädagogin mit mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Agroforst in den Tropen, den gemäßigten Breiten, in Trockenregionen und bis auf 4.000 Höhenmeter, für eine agroforstliche Beratung zur Verfügung.

Kontakt: nstadlerkaulich@gmail.com
Mobile: +591 72613037

Ich bedanke mich herzlich bei Noemi Stadler-Kaulich für diese interessanten Einblicke in den Dynamischen Agroforst. Ihre Arbeit gibt viel Hoffnung für die heutige Zeit und zeigt auf, wie viele Lösungen es gibt.

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